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China-Abteilung des Steinke-Instituts

Laotse und der Taoismus
Laotse (chinesisch Lǎozǐ, 老子, was so viel wie „alter Meister“ bedeutet) ist ein sagenhafter chinesischer Philosopoh, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll.

Laotse gilt als Begründer des Taoismus (Daoismus). Das Tao Te King (Dàodéjīng), der einflussreichste daoistische Text, wird ihm zugeschrieben. Der Text ist aber wahrscheinlich erst im 4. Jahrhundert v. Chr. entstanden bzw. in seine heutige Form gebracht worden.

Trotz der beeindruckenden Überlieferung minutiöser chinesischer Chroniken ist über Laotse fast nichts bekannt. Die ältesten Quellen sind Anekdoten und Legenden, die zum Beispiel in Zhuāngzǐs „wahrem Buch vom südlichen Blütenland“ aufgeschrieben sind. Die erste historische oder biographische Quelle findet sich im Shǐjì des Sīmǎ Qiān, den „Aufzeichnungen des Chronisten“ aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., doch Sīmǎ Qiān schreibt selbst, dass seine Quellenlage sehr unsicher ist und er widersprüchliche Aussagen über Laotse gefunden hat.

Taoismus (Daoismus)

Ab dem 2. Jahrhundert während der Han-Dynastie entwickelte die Gestalt des Laotse sich zur kultischen Figur des Taoismus, und er wurde als einer der „Drei Reinen“ in das Pantheon aufgenommen. Er gilt als Verkörperung des Tao und seine Gestalt wurde kosmisiert, so nahm man an, er weile im Sternbild des Scheffels (Großer Bär) und steige auf und ab als Vermittler zwischen der himmlischen und der irdischen Welt. Sein Sitz ist der Mittelpunkt des Sternenhimmels und der Himmelsrichtungen, in der Ikonographie ist er umgeben von den vier heraldischen Tieren, die diese symbolisieren. Laotse wandelt sich mit den Zyklen der Zeit und nimmt vielerlei Formen an und auch ist er gleich dem Tao in der Lage, sich ins Unendliche auszudehnen und unendlich klein zu werden.

In einigen taoistischen Schulen wurde sogar angenommen, Laotse sei das Tao selbst. So geht gemäß dieser Schulen seine Existenz dem Universum voraus, und er tritt in ihm als Gestalter der kosmischen Ordnung auf. In unzähligen Inkarnationen ist er der weise Berater der Kaiser und unterweist die taoistischen Adepten, so dass er als immer wiederkehrender Lehrer und Verkünder der unterschiedlichen Schulen des Taoismus erscheint.

Yin und Yang

Tao bezeichnet in der taoistischen chinesischen Philosophie ein ewiges Wirk- oder Schöpfungsprinzip, das für den Ursprung der Einheit und Dualität und damit für die Entstehung der Welt („Zehntausend Dinge“) verantwortlich ist. Aus Tao entstehen die Polaritäten Yin und Yang und dadurch die Gegensätze, aus deren Zusammenspiel sich Wandel, Bewegung und gegenseitige Durchdringung die Welt ergeben. Tao ist allumfassend und meint sowohl die dualistischen Bereiche der materiellen Welt, als auch die transzendenten jenseits der Dualität. Das Tao ist also sowohl ein Prinzip der Immanenz als auch der Transzendenz. Es stellt den höchsten Seinszustand dar. In seiner transzendenten Funktion, als undifferenzierte Leere ist es die Mutter des Kosmos, als immanentes Prinzip das, was alles durchdringt.

Gemäß Laotse bringt das Tao die Einheit hervor, die Einheit bringt die Zwei hervor, diese die Drei und diese die manifestierte Welt der zehntausend Dinge (chin. 萬物/万物, wànwù). Das deutet darauf hin, dass das Tao die Potentialität aller Formen ist, denn es ist mehr als die Einheit. Gleichzeitig steht es für die Kraft, die den ganzen Schöpfungsprozess und die Schöpfung durchzieht. Da das Tao alles umfasst, auch die Gegensätze von Leere und Dasein (chin. 無/无, wú und 有, yǒu), ist es in intellektuellen Begriffen eigentlich unbeschreiblich, weshalb den Erklärungen der chinesischen Philosophie immer das Paradoxe anhaftet. So kann vom Tao nicht gesagt werden, es besitze eine Existenz, denn das hieße, seine Nicht-Existenz oder Leere auszuschließen, doch sagte man, es existierte nicht, so würde man seine Erscheinung in der Fülle der manifestierten Welt leugnen.

In den Begriffen der klassischen taoistischen Literatur erscheint das Tao als unergründlicher, weiter und ewiger reiner Geist - die Mutter des Kosmos. Auch ist es das alles Durchdringende, das Umfassende und das Ziel der Existenz; selbst Nichtsein, aber auch der Ursprung des Daseins. Es wirkt ohne Aktivität und Absicht, die Dinge gehen aus ihm hervor und erhalten ihre Ordnung. Das Tao verursacht jeglichen Wandel und ist doch selbst leer und ohne Aktivität. Es ordnet ohne zu herrschen und jedes Wesen und jedes Ding besitzt sein eigenes Tao, seinen eigenen Weg, weshalb es als weise angesehen wird, dem Tao zu folgen, indem man Nichthandeln, Wú Wèi (chin. 无为/無爲), praktiziert, denn das Tao ordnet von selbst und man sollte in diese natürliche Ordnung nicht eingreifen.

Das Tao ist am ehesten als ein umfassendes Weltprinzip zu verstehen, rein rational unzugänglich. Der Mensch soll das möglichst wenig durch bewusstes Handeln und Streben stören, sondern in mystisch-intuitiver Weise mit dem Gesetz im Einklang leben. Doch nicht nur der Mensch hat Teil am Tao, sondern jedes Ding und Wesen hat sein eigenes Tao, seinen eigenen Weg. Jedes Wesen ist auf seinem Weg einmalig in seinen Wandlungen und Entwicklungen und durch den ständigen Fluss offenbart sich das Tao als Bewegung und Wandlung, die auf die Erfahrung von Existenz hindeutet und nicht auf das Verständnis starrer intellektueller Konzepte.

Für Laotse war das Individuum und dessen Glück der Schlüssel für das Wohlergehen der Gesellschaft. Wenn soziale Institutionen das Gedeihen der Indiviuden und deren Glück behinderten, dann sollten diese Instituteionen reduziert oder ganz abgeschafft werden. Für Laotse war der Staat mit all „seinen Gesetzen und Regeln, die zahlreicher sind als die Haare eines Ochsen“ ein übler Unterdrücker der Einzelnen und „mehr zu fürchten als wilde Tiger“. Aufgrund seiner Staatskritik steht Laotse im Gegensatz zu kollektivistischen und zentralistischen politischen Traditionen Chinas und wurde von Kaisern bis hin zu kommunistischen Diktatoren stets skeptisch betrachtet, während er bei chinesischen Liberalen als Vordenker gehandelt wird.



 



Laotse

 

 

© Steinke-Institut GmbH. Zuletzt geändert: 20.12.2014