Archiv für die Kategorie „Welt der Sprachen“

Wegweiser durch die Welt der Kommunikation und der Medien

von Sophie Rémeur

Die Welt wird immer komplexer. Wer kann schon behaupten, sich in „der“ Welt zurechtzufinden? Am besten versteckt man sich hinter der eigenen Welt und stellt diese als Mittelpunkt dar. Oder man wandert zwischen den künstlich gestylten Welten der Medien. Selbstdarstellung ohne Erkenntnis? Wandern ohne Orientierung? Das ist für viele durchaus legitim, aber vielleicht doch zu wenig für studierte Akademiker.

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Steinke-Außenhandelssprachenindex

Rangliste der Bedeutung von Sprachen in Bezug auf den Handel mit Deutschland

von D. Schah

Während der Steinke-Sprachenindex das akkumulierte Bruttosozialprodukt aller Staaten der Welt auf die jeweiligen Sprachen umrechnet, um eine Rangliste der bedeutendsten Wirtschaftssprachen zu generieren, misst der vom Steinke-Institut erstellte Steinke-Außenhandelssprachenindex die Bedeutung der Sprachen für den Standort Deutschland, indem er die akkumulierten Export- und Importzahlen der Außenhandelspartner Deutschlands als Grundlage für die Rangliste nimmt.

Der Steinke-Außenhandelssprachenindex ist ein Indikator dafür, welche Sprachen sich gerade für Deutsche zu lernen lohnt, wenn sie in irgendeiner Form von den Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zu anderen Ländern profitieren wollen.

Die Punktezahl, die für die Rangliste herangezogen wird, ergibt sich aus der für 2025 hochgerechneten Summe des deutschen Außenhandelsvolumens in Milliarden US-$. Bei polylingualen Ländern (z.B. Belgien, Schweiz, Kanada) wurde das BSP wie schon beim Steinke-Sprachenindex nach dem Bevölkerungsanteil der jeweiligen Sprachgruppen aufgeteilt.

Zu den wichtigsten Ergebnissen des Steinke-Außenhandelssprachenindex gehören folgende: Wie schon beim Steinke-Sprachenindex wird Englisch auch auf lange Sicht mit großem Abstand die wichtigste Fremdsprache für Bürger Deutschlands sein. Chinesisch wird an Bedeutung stetig wachsen und fast mit Französisch gleichziehen. Zu den Top-Eleven gehören auch vier osteuropäische Sprachen: Russisch, Polnisch, Tschechisch und Ungarisch. Viel wichtiger als man ahnen könnte, ist Niederländisch (inklusive Flämisch) auf Rang 4, was allerdings dadurch relativiert wird, dass man sich mit überproportional vielen Niederländern und Flamen auch auf Deutsch oder Englisch unterhalten kann. Spanisch wird bald mit Italienisch zumindest gleichziehen, und auch die etwas “exotischeren” Sprachen Arabisch, Türkisch, Japanisch und Koreanisch werden an Wichtigkeit zunehmen.

Verweis: Steinke-Außenhandelssprachenindex

http://www.steinke-institut.de/fremdsprachen.thm

Steinke-Sprachenindex

Rangliste der Bedeutung von Sprachen nach Wirtschaftskraft

von D. Schah

Welche Fremdsprache lohnt es sich im Hinblick auf die eigenen beruflichen Zukunftsperspektiven besonders zu lernen - einmal abgesehen von Englisch? Um dies herauszufinden, hat das Steinke-Institut das auf das Jahr 2025 (unter Verwendung konservativer Wachstumsprognosen) fortgeschriebene Bruttosozialprodukt aller Länder der Welt auf die betreffenden Sprachen umgerechnet. Die Aussagekraft der so ermittelten Rangliste wird zwar durch einige Faktoren eingeschränkt (Unsicherheit in Bezug auf die Wachstumsprognose, fehlende Berücksichtigung der Fremdsprachenkenntnisse der Sprecher der jeweiligen Zielsprachen, fehlende jeweilige Gewichtung in Bezug auf den Standort des Fremdspracheninteressierten), doch bietet der Steinke-Sprachenindex wertvolle Anhaltspunkte dafür, welche Sprachen man in Zukunft hinsichtlich der persönlichen Karriereplanung besonders beachten sollte.

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Sprachpurismus in Frankreich

Wie wehren sich die Franzosen gegen das franglais?

von Solveig Rathenow

Die USA sind nicht nur im wirtschaftlichen und militärischen Bereich eine Weltmacht, sondern auch in kultureller Hinsicht. Wörter wie „googeln“, „chatten“, „BigMac“, „Talkshow“ „cool“, „trendy“ haben schon längst Einzug in die deutsche Umgangssprache und Jugendsprache gehalten, wobei es sich nicht nur um Bedürfnislehnwörter, d.h. um englische Bezeichnungen, für die es kein äquivalentes deutsches Wort gibt, handelt, sondern auch um solche, für die im Deutschen bereits eine Bezeichnung existiert. Man spricht in diesem Fall von sog. Luxuslehnwörtern, die sich vor allem in der Werbesprache häufig finden. Als jüngstes Beispiel wäre eine Show auf dem Musiksender VIVA zu nennen, dessen Programm sich nur an Jugendliche richtet. Die Show trug den Titel „Pimp my Fahrrad“, in Anspielung auf die von MTV produzierte Sendung „Pimp my car“, wo regelmäßig schrottreife Autos der Zuschauer mit vielen technischen Raffinessen aufpoliert wurden. Der englisch-deutsche Titel spricht die VIVA-Zielgruppe mehr an und ist viel einprägsamer, als es die deutsche Übersetzung: „Motz mein Fahrrad auf“ wäre.

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Der japanische Fußball-Kommentator Kiyoshi Inoue – ein Lehrstück in interkultureller Kompetenz

von N. Braun

Wenige Monate danach werden wir nicht nur durch Sönke Wortmanns Film durchaus liebsam an die WM erinnert, sondern auch durch die mittlerweile legendären und allgegenwärtigen Kommentare des Fußballreporters „Kiyoshi Inoue“, des „japanischen Heribert Fassbender“, wie er mittlerweile getauft wurde. Kaum ein E-Mail-Verteiler, kaum ein Blog und kaum ein Forum sind sicher vor den Inoue-Aussprüchen, die offenbar im August 2006 ins Deutsche übersetzt und im Web erstveröffentlicht worden waren. Die Reaktionen auf die Inoue-Sprüche (Auswahl samt Analyse weiter unten) sind vielfältig. Die meisten Deutschen geben sich entsetzt angesichts der scheinbar mangelhaften geographischen und historischen Kenntnisse des Japaners, der etwa den Rhein als Grenze zwischen West- und Ostdeutschland festlegt, und über seine haarscharfen Analysen Deutschlands nach der Wiedervereinigung, wo der Solidaritätszuschlag alle fleißigen Westdeutschen in die Emigration treibe.

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