13
Dec
Au-pairs in Deutschland
Welche Vorteile bieten Vermittler für Au-pairs und Gasteltern?
von D. Schah
Der Au-pair-Markt in Deutschland boomt. Vor allem chinesische Au-pairs erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit, was bereits viele Zeitungen wie die Süddeutsche sowie Fernsehmagazine wie Polylux zur Kenntnis genommen haben. Doch nicht immer verläuft ein Au-pair-Verhältnis für beide Seiten zufriedenstellend:
Immer häufiger suchen sich Au-pairs auf eigene Faust Gastfamilien im Ausland, und Gastfamilien suchen sich Au-pairs aus, ohne die Hilfe eines professionellen Vermittlers in Anspruch zu nehmen. Meistens finden sich Au-pairs und Gastfamilien dabei über das Internet. Oft führt diese Art der Kontaktaufnahme jedoch zu bösen Überraschungen, sowohl für die Gastfamilien, oft aber auch für die Au-pairs.
So kann es passieren, dass die Gastfamilie alles dafür getan hat, damit das Au-pair ein Visum bekommt, am Tag der erwarteten Ankunft freudig zum Flughafen fährt, um das Au-pair endlich abzuholen, dann aber kein Au-pair vorfindet. Viele vermeintliche Au-pairs erschleichen sich das Au-pair-Visum nur, um ins Land zu gelangen, um dann jedoch anderen Tätigkeiten nachzugehen, etwa illegal in einem Restaurant zu jobben. Menschenschmuggler haben längst erkannt, dass es kaum eine günstigere Methode gibt, jemanden ins Land zu schleusen, als ihn oder sie mit einem Au-pair-Visum auszustatten. Dazu bedarf es nur einer gutgläubigen Gastfamilie, welche die nötigen Bescheinigungen und Verpflichtungserklärungen abgibt, und schon kann das vermeintliche Au-pair legal ins Land kommen, um dann illegal abzutauchen.
Aber auch für aufrichtige Au-pairs kann es ungemütlich werden, wenn sie sich auf die netten Aussagen (meistens per Mail) der Au-pair-Familie verlassen. So entpuppt sich die vermeintliche Familie manchmal als männlicher Single-Haushalt, oder aber die Familie ist alles andere als nett und harmonisch, um es vorsichtig auszudrücken, und das Au-pair wird als billiges Mädchen für alles missbraucht, obwohl die Rechte und Pflichten der Au-pairs in Deutschland gesetzlich geregelt sind. Doch seine Rechte durchzusetzen, kann einem Au-pair ohne Sprachkenntnisse sehr schwer fallen, vor allem wenn es in eine entlegene Gegend verschlagen wird.
All diese bösen Überraschungen lassen sich weitestgehend vermeiden, wenn man eine professionelle Au-pair-Agentur dazwischenschaltet. Die Au-pair Vermittler stellen im Vorfeld sicher, dass die Au-pairs auch tatsächlich vorhaben, in einer Gastfamilie auszuhelfen. Optimalerweise verfügt die Agentur über einen Mitarbeiter, der sich mit dem Au-pair in seiner Muttersprache unterhalten kann. Wenn zum Beispiel eine chinesische Agenturmitarbeiterin mit chinesischen Au-pair-Bewerbern spricht, lässt sich mithilfe von Telefonaten und Fragebögen viel leichter die Spreu vom Weizen trennen.
Und auch den Au-pairs selbst drohen keine bösen Überraschungen mit Gastfamilien, die diesen Namen nicht verdienen. Die Agentur kontaktiert nämlich auch im Vorfeld die angehenden Gastfamilien und stellt anhand von Gesprächen und Fragebögen sicher, dass die Familie lautere Absichten hat. Durch einen Au-pair-Vertrag ist sichergestellt, dass die Familie sich rechtlich dazu verpflichtet, wahrheitsgetreue Angaben zu machen. Bei Problemen kann sich sowohl das Au-pair als auch die Gastfamilie an die Agentur wenden, um Missverständnisse auszuräumen oder auch um Regelverstöße zu melden. Durch diese Kontrolle kann ein Missbrauch des Au-pairs als billige Arbeitskraft oder schlimmeres auf ein Minimum reduziert werden.
Die Kosten, die die Hinzuziehung einer Agentur mit sich bringen, lohnen sich also für beide Seiten. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Vermittlungskosten im Rahmen bleiben. Als Obergrenze gilt das zweifache des gesetzlich festgelegten Au-pair-Monatsgehalts (zur Zeit 260 Euro, also etwa 500 Euro).


