Archiv für March 2007
Von eigensinnigen Frauen, Neuanfängen und einer etwas anderen Kindererziehung: „Großmama packt aus“
von Solveig Rathenow
Normalerweise werden autobiographische Romane, wie das Wort schon sagt, aus Sicht des Autors geschrieben. Dass es auch anders geht, beweist Irene Disches Werk „Großmama packt aus“, in dem nicht Irene die Erzählerin ist, sondern die Autorin aus der kritischen Sicht ihrer Großmutter Elisabeth, genannt „Mops“, die Geschichte ihrer Familie aufrollt.
Die Macht der Stasi in der DDR: „Das Leben der anderen“
von Solveig Rathenow
Ja, dieser Film war einer der diesjährigen (und einziger deutsche) Oscarpreisträger. Doch nicht deshalb sollte man ihn sich unbedingt anschauen, sondern weil er offen, schonungslos, spannend, mutig und einfühlsam ist. Alles in einem.
Tanz den Staat
Laibach und die Neue Slowenische Kunst
von David Schah
Im Jahre 1987 findet im kommunistischen Jugoslawien ein Plakatwettbewerb zum Thema “Sozialistischer Realismus” statt, den die bis dahin unbekannte Künstlergruppe „Novi Kolektivizem“ (Neuer Kollektivismus) gewinnt. Auf dem Siegplakat sieht man einen unbekleideten Heldenmenschen, der in seiner Rechten einen strahlenden Hammer und in der Linken eine Standarte mit Friedenstaube emporhält. Doch kurz darauf kommt es zu einem unerhörten Skandal: Ein aufmerksamer und offenbar in der Historie totalitärer Werbung bewanderter Belgrader Kommunist ist entsetzt, denn er erkennt in dem Bild ein Werk des NS-Propagandakünstlers Richard Klein. Die „Neuen Kollektivisten“ hatten lediglich den Hakenkreuzadler durch die Friedenstaube ersetzt.
Familiendrama einmal anders: Der neue dänische Film „Nach der Hochzeit“
von Solveig Rathenow
Zu dänischen Filmen fällt einem spontan meist rabenschwarzer Humor ein, zuletzt besonders deutlich geworden 2003 in „Dänische Delikatessen“ von Thomas Jensen. In dem makaberen Streifen eröffnen 2 Metzgerlehrlinge eine eigene Metzgerei, in der sie durch einen „Unfall“ Menschenfleisch verkaufen, was sich größter Beliebtheit bei der unwissenden Kundschaft erfreut. Nichts für schwache Nerven und hart an der Grenze des Erträglichen. Diesen Beitrag weiterlesen »
„Je ferais tout pour un petit flirt avec toi“
Der französische Film „Chanson d´amour“ in der Filmbühne
von Solveig Rathenow
Man könnte meinen, man wäre in Frankreich, so viele französische Filme laufen zurzeit an, seien es Komödien, wie „Sie sind ein schöner Mann!“ (ab 8.2.), biographische Verfilmungen, wie „La vie en rose“ über das Leben der Edith Piaf (ab 22.2.) oder eines dieser typisch französischen ruhigen Dramen mit komödienhaften Elementen. Diesen Beitrag weiterlesen »
China-Restaurant Shanghai
Unter den Dutzenden von China-Restaurants in Bonn nimmt das „Shanghai“ nicht nur aufgrund seiner Lage, sondern auch seines kulinarischen Angebots eine Sonderstellung ein. Direkt am Sterntor, einem der wenigen erhaltenen Relikte der alten Bonner Stadtmauer, gelegen und in einem alten rheinisch-rustikalen Gasthofgebäude untergebracht, stellt das Restaurant eine reizvolle Mischung aus altem Okzident und fernem Orient dar. Die Inneneinrichtung ist zwar unverkennbar chinesisch, doch dezent und unaufdringlich, so dass die alten Gasthofgewölbe immer noch gut zur Geltung kommen.