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Sep
Schulfahrt nach Berlin
von L. Young (Schülerin im DSH-Vorbereitungskurs, unkorrigierte Fassung)
Vom 14. bis 16. September fuhren 15 Schüler des Steinke-Instituts unter der Führung von Herrn Schah und Frau Xuan mit der Eisenbahn nach Berlin. In unserer Gruppe gab es Schüler aus vielen verschiedenen Ländern: USA, China, Mexico, Korea, Türkei, Honduras und Serbien. Wir kamen abends gegen 19 Uhr am schönen, modernen und brandneuen Berliner Hauptbahnhof an und machten uns dann zu unserer Herberge „Heart of Gold“ auf, die sich in der Nähe des S-Bahnhofs Friedrichstraße in Berlin-Mitte befand. Schon auf der S-Bahn-Fahrt sahen wir viele Highlights von Berlin wie den Reichstag, das Brandenburger Tor und den Fernsehturm vom Alexanderplatz. Nach dem Einchecken ging es ins Café Stresemann am Anhalter Bahnhof, wo Herr Schah uns ein Freigetränk spendierte. Dann sahen wir uns den modernen Potsdamer Platz bei Nacht an. Er erinnert ein wenig an das Einkaufszentrum neben dem World Trade Center in New York. In der Herberge hatten wir zwei Sechsbettzimmer für die 12 Frauen und eins für die 5 Männer.
Am nächsten Morgen stärkten wir uns mit einem Frühstück in der Herberge, bevor wir einen langen Spaziergang durch Berlin-Mitte machten. Wir gingen zuerst zum Brandenburger Tor, wo wir mit ein paar Demonstranten ins Gespräch kamen, die für eine Liberalisierung des Gesundheitswesens waren und Plakate hochhielten wie „Schluss mit der Entmündigung der Patienten“ und „Staat raus aus meinem Körper“. Es ist interessant, dass man in Deutschland so mitten in der Hauptstadt demonstrieren darf! Danach spazierten wir zur Prachtallee „Unter den Linden“, wo wir einen Stand der Partei “FDP” mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Lindner sahen, denn zwei Tage darauf sollten in Berlin Landtagswahlen stattfinden. Wir spazierten dann die Allee entlang und sahen viele prächtige Gebäude: Universität, Oper, Museen und den Berliner Dom. Dann betraten wir die Museumsinsel und besuchten das Pergamon-Museum. Hierher hat man vor hundert Jahren riesige Tempelanlagen aus Troja und Babylon hergeschafft. Es gibt antike Skulpturen, aber auch Ausstellungen zur islamischen Kunst. Das Museum sieht von außen sehr unheimlich und imposant aus. Danach gingen wir zum Alexanderplatz, aßen erst ordentlich bei McDonald’s und fuhren mit dem Fahrstuhl auf den Fernsehturm. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf ganz Berlin. Man sieht auch deutlich, wo West- und wo Ostberlin war. In Ostberlin nämlich gibt es viele monotone Hochhäuser, die sogenannten „Plattenbauten“. Danach gingen wir zum Museum am Checkpoint Charlie. Hier kann man sehen, mit wieviel Erfindungsreichtum die Bürger der kommunistischen DDR versuchten, in den Westen zu flüchten: Über Tunnels, mit Ultraleichtflugzeugen, in der Motorhaube eines Autos oder durch eine selbstgebaute Seilbahn. Das Museum zeigt eindringlich, was die Menschen alles tun, um in Freiheit leben zu können, und ist sehr interessant. Abends gingen einige von uns in einer Disco tanzen, die anderen waren zu müde und gingen schlafen.
Am nächsten Morgen gingen wir nach dem Frühstück zum Reichstag. Da hier aber eine sehr lange Schlange war, verzichteten wir auf einen Besuch und guckten uns stattdessen am Rande des Reichstags die private Ausstellung eines Mannes an, der die Verbrechen der Sowjetunion und der DDR dokumentierte. Danach gingen wir vorbei am Sowjetischen Ehrenmal durch den Tierpark zur Siegessäule, die einige von uns zu Fuß bestiegen. Schließlich landeten wir am Bahnhof Zoo, dem ehemaligen Hautbahnhof. Hier war das Zentrum von West-Berlin mit der Gedächtniskirche und dem Kurfürstendamm, der großen Prachtstraße des Westens. Hier in der Nähe ist auch das KaDeWe (Kaufhaus des Westens), ein großes Luxuskaufhaus, ähnlich wie Harrods in London oder Macy in New York, das wir ebenfalls besuchten. Wir kehrten dann im Kentucky Fried Chicken ein und aßen uns satt. Schließlich mussten wir zurück zur Herberge und unsere Sachen holen, und dann gegen 16:38 fuhr vom Hauptbahnhof unser Zug zurück nach Bonn.
Es war eine sehr schöne und wunderbare Fahrt. Frau Xuan und Herr Schah waren unermüdlich und haben uns die schönsten Stellen von Berlin gezeigt, und alles ging glatt und ohne Pannen. Berlin ist natürlich viel größer als Bonn, und wir sahen endlich mal diese Hauptstadt live, die wir schon aus dem Fernsehen und aus unseren Lehrbüchern kannten.


